Tabou Rocket 145 (2008)
Der erste Eindruck
Das 145 ist das größte Brett der Rocket-Reihe. Wir haben die blaue Standardversion getestet, aber eine auf 100 Exemplare limitierte LTD-Version ist ebenfalls erhältlich. Das 145 hat die gleiche Länge wie das 125 und 115 und ähnelt diesen auch im Shape sehr, mit tiefen Doppelkonkaven im Bugbereich, übergehend in ein Doppel-V bis zu den hinteren Fußschlaufen und schließlich einem einfachen V im Heck. Mit volleren Kanten gepaart, erwartet Tabou von diesem Shape verbesserte Brettstabilität und ein verbessertes Angleitverhalten. Eine 48-cm-Powerboxfi nne, Kontur-Foodpads mit integrierten Schockabsorbern an den Fersen und variable Fußschlaufenpositionen
Fahreigenschaften
Das Rocket 145 ist ohne jeden Zweifel einer der besten Frühgleiter im diesjährigen Test und setzt damit die Tradition des 2007er-Testsiegers Rocket 74 fort. Selbst bei passivem Fahrstil entwickelt der Boardshape so viel Auftrieb, dass das Brett beim kleinsten Lufthauch ins Rutschen kommt. Beim Angleiten ist es spurtreu und auch Einsteiger erreichen die Schlaufen deshalb ohne Probleme. Wir fanden den Stand in den Schlaufen allerdings etwas breiter als bei den meisten anderen Boards, was etwas gewöhnungsbedürftig sein könnte. Beim Cruisen wirkt die Brettnase relativ groß und eckig und man erwartet anfangs, dass die Kanten deswegen zum Einspitzeln neigen. Dies war aber nicht der Fall und das Tabou passiert selbst Kabbelwasser sauber. Nur in größerem Chop hatten wir den Eindruck, dass die Fläche vor dem eigentlichen Gleitbereich manchmal aufs Wasser aufsetzte und das Brett leicht bremste, was sich allerdings mit etwas Erfahrung durch Trimmen des Boards vermeiden ließ. Der Charakter des Rockets ist direkt und sportlich und ermutigt dazu, seine eigenen Grenzen auszuloten. Ein bisschen mehr Speed scheint immer drin zu sein. Nur die Finne wirkt etwas weich und obwohl sie keine klaren Fehler aufwies, erschien sie uns bei Starkwind ungeeignet, um alles aus dem Brett herauszuholen.
Manövereigenschaften
Seine Größe merkt man dem Tabou in Manövern an. Allerdings lassen sich saubere, gecarvte Halsen zirkeln, aus denen man mit viel Geschwindigkeit herauskommt. Hier hat der Flex der Finne auch Vorteile, da das Heck selbst in kabbeligen Bedingungen sicher im Wasser bleibt und enge Turns erlaubt. Das 145 ist dabei fehlerverzeihend und sieht selbst über ungeschickte Fußwechsel gefl issentlich hinweg.
- Fazit
-
Das Rocket 145 ist eine Waffe bei Leichtwind
und hat ein enormes Fahrpotenzial.
Gleichzeitig ist es gutmütig genug, um Einund
Aufsteiger zu begeistern. Aufgrund
seiner herausragenden Leichtwindperformance
absolut empfehlenswert!
- Pro
- Frühes Angleiten, guter Komfort und einfach zu halsen.
- Contra
- Bei starkem Kabbelwasser anspruchsvoll zu trimmen.
Eure Meinungen
- Thomas aus Wildeshausen (22.11.2008)
Der Rocket 135 LTD ist wie hier beschrieben ein super Brett. Der einzige Wehrmutstropfen liegt aus meiner Fahrpraxis mit dem Teil an seinem sturen Geradeauslauf. Er liegt nicht besonders lose am Fuß und will deutlich belastet werden um die einmal gewählte Spur zu verlassen. Die LTD Version ist sehr empfindlich aber cool - es gibt halt nur 100 Stück.
- kai aus konstanz (03.10.2008)
das rocket ist ein super einsteiger brett, mit dem man sehr schnell den schritt vom dümpeln ins gleiten/trapetz/fußschlaufen...fahren erreicht. es ist gutmütig u. sehr kippstabiel was einem sicherheit gibt. erstmal im gleiten (trapetz/beide fußschlaufen) geht die post ab. bei mehr wind (5-6) hat das board viel auftrieb u.kantet etwas auf was mit ner kleineren finne behoben werden kann.ich kanns nur empfehlen, top einsteiger board mit viel potential um damit zu wachsen!
- Bernd Blasberg aus Erftstadt (15.07.2008)
Auch hier - wie schon bei meinem Kommentar zum 08er 3S 97 - kann ich den Test aus dem Jahrbuch voll bestätigen. Zwar fahre ich den 08er 135, da ich aber zuvor den 140er aus dem Vorjahr gefahren bin, kann ich denke ich schon eine Bewertung abgeben. Die breiten Rockets sind unglaubliche Frühgleit-Maschinen. Mit 8 bis 9er Segeln gehts wirklich bei 10 knts los. Dabei ist der Rocket extrem gut kontrollierbar, Zicken kennt das board nicht. Und schnell ist er auch, also kein Langeweiler. Breiter Stand: ja, aber dennoch angenehm weil sehr stabil (wie eingelockt sagt mein Kumpel). Weiche Finne: auch ja. Habs mit einer 44er Race Finne probiert, fühlt sich deutlich besser an, wenn man wirklich Heizen will. Grundsätzlich ist die Serienfinne aber ok. Overall ein perfektes Board, wer entspannt - und auch schnell - unterwegs sein will. PS: der 08er ist im Vergleich zum Vorjahres-Modell etwas freier im Chop (neues Unterwasser-Deck), subjektiv etwas schneller, gleitet aber genauso früh an.