Hot Sails Superfreak 5,8 (2007)
Der erste Eindruck
Das SuperFreak ist das auffallendste Segel in unserem Test. Nicht nur, dass das Design einmalig ist, auch das Material des Segels und die Lattenausführung sind besonders. Das SuperFreak besteht, bis auf das PVCFenster, komplett aus Dacron. Die beiden Latten über dem Gabelbaum gehen nicht bis an den Mast, sondern hören circa zehn Zentimeter vorher auf. Jeder Kunde kann sich das Design des Segels selber zusammenstellen. Dabei gibt es anscheinend unendlich viele Möglichkeiten. Über diese Besonderheiten hinaus besitzt das SuperFreak wie die anderen Hot-Sails-Segel auch hochwertige Features wie einen wirklich guten und weit über das Segel hinausgehenden Mastprotektor. Es hat Kevlarverstärkungen an der Vor- und Achterlieksbahn sowie an weiteren kritischen Punkten. Die sehr gute Neoprenlippe am Unterliek verhindert Abscheuerungen an Surfer und Material.
Riggen und Einstellungen
Das SuperFreak hat einen großen Windbereich, ist allerdings etwas trimmsensibel. Die Vorgaben des Herstellers bieten eine gute Orientierung, aber man sollte viel experimentieren, um den individuell passenden Trimm für sich zu fi nden. Aber Vorsicht: Durch das Dacron wird dir ein Loose Leach nicht so ins Auge springen wie bei einem Monofi lmsegeln.
Fahreigenschaften
Es fällt schwer, ein Pauschalurteil über das SuperFreak abzugeben, da je nach Trimm die Charakteristik des Segels variiert. Wir waren skeptisch, als wir die besonderen Merkmale zum ersten Mal sahen. Erstaunlicherweise wurden wir tatsächlich eines Besseren belehrt, denn das SuperFreak macht auf eine lange nicht mehr gespürte Art und Weise wirklich Spaß. Sehr bauchig getrimmt fühlt man sich fast in die gute, alte Zeit zurückversetzt, als es noch keine harten Wavetücher gab und Segel butterweich waren. Der Unterschied zum SuperFreak ist allerdings, dass das Segel durch seinen Mix aus Dacron und Kevlarverstärkungen keine Druckpunktwanderung hat. In Manövern verschwindet der Bauch durch die nicht ganz durchgelatteten Segellatten oberhalb des Gabelbaums fast vollkommen. Dadurch ist das Segel in Manövern ganz fl ach und neutral, bekommt aber einen Schub, sowie der Wind wieder in das Segel kommt. Insbesondere die schweren Fahrer mochten diese Portion Extra-Power. Als leichter Fahrer sollte man das Set-up von Anfang an fl acher wählen. Der Effekt bleibt der gleiche, ist aber nicht ganz so ausgeprägt. Das Superfreak hat in beiden Einstellungen eine absolut verzeihende Natur, die sich sehr angenehm auf die Fahreigenschaften auswirkt. Das Gefühl einer normalen Segelrotation kann man mit dem SuperFreak schnell vergessen. Es rotiert nicht merkbar und bekommt nach dem Manöver wieder schnell Power, sowie der Wind ins Segel bläst.
- Fazit
-
Lieb es oder hass es! Das Super-
Freak ermöglicht kein Gefühl dazwischen!
Wer den Mut hat, dieses Segel zu
testen, wird unserer Meinung nach sein
blaues Wunder erleben! Wir sind nicht
mutig genug, dir das Segel zu empfehlen,
empfehlen dir aber, es mal zu testen!
- Pro
- Einzigartiges Fahrgefühl.
- Contra
- Einzigartiges Fahrgefühl (das ist kein Druckfehler!).
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