Maui Sails Legend 5,3 m (2008)
Der erste Eindruck
Das Legend ist das Sideshore-Wavesegel von Maui Sails und ist das Resultat von über 25 Jahren Segelentwicklung von Barry Spanier. Kevin Pritchard fährt dieses Segel in Wettkämpfen. Die Hauptänderung zum Vorjahresmodell liegt beim 2008er-Legend im Einsatz des im Raceprogramm der Marke entwickelten „dynamic skin tension“-Prinzips, das einen veränderten Segeltwist ergeben haben soll. Neun Größen von 3,3 bis 5,7 Quadratmeter sind im Angebot, mit dem hier getesteten 5,3 als zweitgrößtem Modell. Die Verarbeitung ist gut durchdacht und wirkt robust. Gut fanden wir den langen Gabelbaumausschnitt in der Masttasche, der den Einsatz durch Fahrer aller Größen ermöglicht.
Riggen und Einstellungen
Auf einem Skinny geriggt, zeigt das Legend im Grundtrimm deutlich vorgeformtes Profil in den unteren beiden Panels, das nach oben hin progressiv ausflacht. Das Loose Leech ist im Starkwindtrimm bis in das Panel über der Gabel sichtbar. Finetuning über das Achterliek kann genutzt werden, um noch etwas Profil aus dem Segel zu ziehen.
Fahreigenschaften
Das Legend ist ein interessantes Segel. Die Kraft des Segels wird nicht ruckartig, sondern sanft und gleichmäßig freigesetzt. Dabei sorgt der relativ weit oben und hinten liegende Segeldruckpunkt dafür, dass der Fahrer das Segel trotzdem direkt in der Hand spürt, aber auch eine relativ aufrechte Haltung einnehmen muss. Im Leichtwindtrimm entwickelt das Legend ordentlichen Vortrieb, der bei zunehmendem Wind stark zunimmt, weil vom Wind noch deutlich mehr Profil ins Segel gezogen wird. Buckel und Schläge werden vom Dacronpanel am Mast gut abgefedert, allerdings kommt der Segeldruckpunkt bei zunehmendem Wind durch das weiche Material etwas ins Wandern, sodass nachgetrimmt werden muss. Während die Kontrollierbarkeit und Stabilität in einer Einstellung nicht ganz an die Besten der Gruppe heranreicht, kann man durch Nachtrimmen trotzdem immer die perfekte Einstellung finden. Das Höhelaufverhalten ist gut. Die echte Stärke des Legend ist aber das Verhalten auf der Welle: komplett neutral, wenn die hintere Hand aufmacht, aber trotzdem direkt verfügbare Kraft, sobald man dichtholt.
- Fazit
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Das Legend 5,3 ist ein interessantes Segel mit weicher Kraftübertragung und unkonventionellem Fahrgefühl. Man muss sich an das Legend erst ein wenig gewöhnen, dann hat es aber gerade in der Welle hohes Potenzial.
- Pro
- Sanfte Kraft, gute Höhelaufeigenschaften, neutrales Verhalten auf der Welle.
- Contra
- Die vom Segel aufgezwungene unkonventionelle Haltung ist etwas gewöhnungsbedürftig.
Eure Meinungen
- Robert Stadler aus Iffeldorf (23.09.2008)
Ich bin alle Legend von 3.7 bis 5.7 gefahren und für mich ist die Haltung nicht unkonventionell. Ich liebe das super "off" und die Neutralität in der Welle und die power wenn man sie braucht. Die Segel sind alle unkompliziert und fühlen sich extrem leicht an. Die größeren benötigen bei Leichtwind nur einige kleine Pumpbewegungen und ab geht die Post.
Aufriggen ist einfach (ich benutze nur Skinny Masten) und man kann am loose leech und einer kleinen Falte zwischen den beiden oberen Latten einfach für Leichtwind oder Starkwind eingestellen. Die Legend sind für mich Alleskönner die auch super zum Freestylen eingesetzt werden können (on/off power wie gerade benötigt).
Ich bin auch früher schon Barry's Segel gefahren (Gaastra/NP) und liebe einfach seine Art Segel zu schneidern. Für mich die Besten, ich hoffe auch andere finden mit den Segeln so viel Spaß wie ich und meine Familie.